Warum Tanzdiskussionen nervig, aber dennoch wichtig sind

Einleitung:

Oh Mann… Eigentlich wollte ich mich aus allen möglichen Diskussionen, die sich um den Bereich Tanzen drehen, raushalten. Einfach aus dem Grund, weil ich das Gefühl habe, dass es nie zu irgendeiner Form von Einigung oder gegenseitigem Verständnis kommt. Aber nun denn… Ich habe es wieder getan, ich habe mich wieder in eine Diskussion eingemischt.

Vorgeschichte:

Ich wurde auf ein Video aufmerksam gemacht (Grüße an dich, Desideria!), in dem eine ziemlich coole Tribal Fusion Performance zu sehen war. Hier ist der Link dazu, falls es jemanden interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=qYo-RyUQYSw
Um jetzt nicht zu viel darauf einzugehen, hier eine kurze Zusammenfassung: Prinzipiell beschäftigen sich die vielen negativen Kommentare damit, dass die Tänzerin den Charakter der Kali nicht richtig getanzt hätte und dass ihre Interpretation unpassend, wenn nicht sogar für Gläubige beleidigend sei. Am besten fand ich folgenden Kommentar, der ungefähr so lautete: „Kali wouldn`t dance like that“ – spannend, da scheint jemand zu wissen, wie eine Göttin tanzt. Sorry, aber den Kommentar fand ich einfach so überaus dämlich. Wenn ich das nächste Mal einen „Fusion Elfen Tanz“ sehe dann kommentiere ich auch darunter, dass so eine Elfe niemals tanzen würde! Schließlich sehe ich Elfen. Die wohnen neben Kali. In der gleichen Straße. Ich schweife ab.
Was dann Mal wieder zu weit ging waren Anmerkungen wie „bar dancer“ und „slave dance“. Aber das ist ja ein altbekanntes Problem. Alles was auch nur entfernt mit Bauchtanz zu tun hat ist für eingie keine Kunstform, sondern reines provokantes und halbnacktes Gewackel.
Nun denn, wie gesagt musste ich mich dann doch einmischen, vor allem, weil ich es der Tänzerin gegenüber einfach unfair fand, all diese negativen Stimmen stehen zu lassen. Natürlich habe ich dann auch bisschen was abbekommen, die Anti-Leute schweigen eben selten.
Aber um den Streitgrund an sich geht es mir gar nicht.

Warum ist das meistens so?

Warum entsteht, manchmal auch aus dem Nichts, eine Diskussion aufgrund eines Tanzes, eines Kostümes, einer Tanztechnikfrage etc., was dann zu einem Sturm aus Gezicke und bösen Worten wird? Soweit ich weiß gibt es keine Bauchtanzpolizei, und wenn doch, dann habe ich wohl wirklich etwas verpasst.
Manche scheinen den Schlüssel zur allgemeinen Wahrheit gefunden zu haben und müssen genau diese dann auch oft und ausgiebig zum Besten geben.
Das Problem, neben dem offensichtlichen, dass es nervt, ist,dass man so sehr selten auf eine Einigung oder einen Schluss kommt, da es nur ein sich gegenseitiges beleidigen wird. Gerade wenn dann die Streitenden nicht den gleichen Tanzhintergrund haben, ist es irgendwann sinnlos. Wenn man nicht eine ähnliche Technik und Ästhetik teilt, wie soll man dann argumentieren, warum Performance XY nicht schön, oder ansprechend ist. Klassische orientalische TänzerInnen werden vielleicht innerlichen Verkrampfen, wenn sie meine „Demon Dance“-Auftritte sehen und sind vielleicht der Meinung, dass Dark Fusion auf geradem Weg wieder in die Hölle zurück verbannt werden soll. Währenddessen bin ich davon überzeugt, dass orientalisches Gedudel gepaart mit einem pinken Glitzerkostüm für mich als Zuschauer eher eine Folter, als eine Freude ist. Aber das ist doch in Ordnung. Niemals würde ich dann anfangen zu diskutieren, warum mir das nicht gefällt. Das ist ja mein eigenes Problem. Gleichzeitig möchte ich auch nicht unter meinen Tänzen Dinge lesen wie „Das ist viel zu düster, Tanz muss fröhlich sein!“ oder „Schwarze Kostüme sind grauenhaft“ etc.

Einfühlungsvermögen

Daher, frage dich immer, bevor du dich aufregen möchtest: „Ist es jetzt notwendig, wenn ich etwas dazu sage und ist meine Meinung in diesem Fall vielleicht nicht von Bedeutung?“ – eigentlich sollte man sich das immer fragen, bevor man sich äußern möchte, egal worum es geht. Manchmal ist man selbst nämlich gar nicht so wichtig, wie man immer denkt.

Vermeintliche konstruktive Kritik vs. richtige konstruktive Kritik

Immer wieder gerne ist dann auch zu lesen „Ich darf das sagen, konstruktive Kritik sollte immer erwünscht sein“.
Nun denn, das Wort „konstrutkiv“ wird generell etwas sehr weit gedehnt. Zum zerreissen weit gedehnt.
Aussagen, die nicht konstruktiv sind:
„Das finde ich schlecht“
„Das ist scheiße“
„Das gefällt mir nicht“
„Ich würde das ganz anders machen, das was du machst ist nicht richtig“
Aussagen, die konstruktiv sein können:
„Ich würde das eher so und so machen“
„Du könntest es vielleicht mit xy probieren“
„Versuch das doch nächstes Mal so und so zu machen“
Letzten Endes kommt es aber wohl auch auf den Kontext an, was konstruktiv ist und was nicht.
Kommentare, die als konstruktiv benannt werden, nur um zu verschleiern, dass man gerade jemanden ohne schlechtes Gewissen beleidigen wollte, sind bullshit. Konstruktive Kritik ist etwas tolles, sie soll jemanden helfen sich zu verbessern, oder zum Beispiel einen anderen Aspekt in Betracht zu ziehen. Es geht darum zu helfen, nicht jemanden zu sagen, dass etwas schlecht ist.

Endlose Facebookdiskussionen
(Ja, das habe ich jetzt zusammengeschrieben, als ein Wort. Kein Bindestrich. Das geht!)

Und dann gibt es diese Bauchtanzdiskussionen auf Facebook, die wohl nie enden wollen und bei denen ab irgendeinem Punkt, egal worum es geht, Sätze wie: „In meiner 25 jährigen Tanzkarriere…“, „Ich unterrichte nun schon seit 30 Jahren…“, „Damals wurde ich in Ägypten unterrichtet…“ zu lesen sind. Ohne Witz, dass ist echt supi, dass du so viel Erfahrung hast, aber dennoch hast du deswegen nicht immer überall Recht. Und das sind auch keine Aussagen, mit denen man eine Argumentation gewinnt. Damit dehnt man nur ein Streitgespräch unnötig in die Länge, ohne Informationen oder Erleuchtung zu verteilen.
Am Ende solcher Facebookgefechte ist jeder sauer und wurde auf irgendeine Art und Weise beleidigt. Gut gemacht, die Phase hätte man eigentlich mit der Grundschulzeit ablegen müssen. Manche wohl nicht.
Und genau aus diesem Grund möchte ich mich meistens nicht einmischen, weil ich weiß, dass ich ab einem gewissen Punkt persönlich angegriffen werde, obwohl es gerade nur darum geht, ob man jetzt mit High Heels tanzen sollte, oder doch besser barfuß. Jede einzelne zu erörternde Frage wird zu einem Krieg.
Ist das wirklich notwendig?

Warum ist der Irrsinn trotzdem wichtig?

Sich gegenseitig auszutauschen ist wichtig, auch bei einer Kunstform wie dem Tanz. Indem wir mit anderen darüber reden, was uns gefällt, was nicht und welche Gedanken wir zu bestimmten Themen haben, wachsen wir als Künstler aber helfen unserem Gesprächspartner gleichermaßen Ideen zu entwickeln und über Neues nachzudenken. Wenn jeder still in seinem Kämmerlein hockt und vor sich hinbrütet kommt die Kunst nicht voran und auch wir bleiben stehen.
Wir sollten lernen dem andern gegenüber Verständnis entgegen zu bringen, vorallem, wenn wir im gleichen tanzenden Boot sitzen.
Sich gegenseitig zu Tode zu zicken hilft niemanden und schreckt viele davon ab wichtige Vorschläge und Ansichten mit dem Internet, mit der Welt zu teilen.
Man sollte auch nie vergessen, dass es trotz allem eine künstlerische Freiheit gibt. Auch wenn dir die Form von Kunst nicht passt, kannst du wenig dagegen machen. Und das ist eigentlich auch ganz gut so. Denn letzten Endes kann man machen, was man will. Das ist das Schöne an Freiheit.

Am Ende möchte ich noch allen auf den Weg geben:
Generell haben wir alle eh keine Ahnung von gar nichts.
Also seid nett zueinander.

Oh Mann, schon wieder nach Mitternacht… Gute Nacht…
Wer Fehler findet darf sie behalten, ich les mir mein Gedankenwirrwarr jetzt nicht mehr durch.

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Ein offener Brief an die letzte Reihe

Na, endlich schreibe auch ich wieder etwas.
Wann war das letzte Mal? Wohl schon wieder einige Monate her. Schande über mein Haupt!
Aber irgendwie muss man ja wieder ins Schreiben kommen, daher heute ein eher lockeres Thema, das auf den ersten Blick vielleicht belanglos erscheint, mir aber dennoch wichtig ist.
Daher nun:
Ein offener Brief an die letzte Reihe

Liebe letzte Reihe,
aus frühren Erfahrungen weiß ich, wie schön kuschelig, angenehm und schützend diese großartige letzte Reihe sein kann. Man steht ganz hinten, wird von niemanden gesehen und generell auch von niemanden beurteilt. Das ist großartig! Fehler bleiben (scheinbar) unentdeckt und man muss sich nicht immer zu 100% anstrengen – der Lehrer siehts ja nicht!
Falsch gedacht. Ich sehe euch. Immer.
Aber wenn ihr so weit hinten an die Wand gedrückt steht, obwohl eigentlich im Raum genügend Platz wäre, dass ihr bequem in der Mitte, oder vielleicht ganz vorne stehen könntet, dann führt das meistens dazu, dass ihr mich nicht richtig seht. Oder nicht gut genug hört. Ich weiß das. Ich merke das. Stellt euch doch einfach näher zu mir, das erleichtert einiges. Zu glauben, dass der Lehrer/Trainer/Prof oder wer auch immer nicht mitbekommt, was ihr gerade bewerkstelligt, ist ein Mythos. Man sieht das.
Wenn ihr also einen Fehler tanzt oder in einem Fitnesskurs etwas falsch ausführt, dann bemerke ich das. Und in den meisten Fällen liegt das nur daran, dass es euch nicht möglich ist nachzuvollziehen, was ich vorne veranstalte, weil ihr nur Teile meines Körpers seht.
Also, verrenkt doch nicht eure Hälse, tuschelt nicht mit dem Nachbar, worums überhaupt geht, sondern sucht euch doch von Anfang an einen Platz, von dem aus ihr alles mitbekommt. Niemand beisst euch.
Für euch und alle anderen ist es das Beste, wenn jeder so viel wie möglich von einer Stunde mitnehmen kann.
Ich weiß, sich nach vorne zu trauen ist nicht einfach. Aber ihr schafft das!

Auch ich war viele Jahre lang Teil der letzten Reihe.
In der Schule saß ich oft hinten in der letzten Reihe, bei Workshops stand ich hinten in der letzten Reihe, bei Gruppenfotos stand ich hinten in der letzten Reihe, im Ballett fand ich mich oft hinten in der letzten Reihe ein, später in der Uni saß ich…richtig, hinten in der letzten Reihe.
Und oft hat das seine Gründe. In der Schule bzw. in der Uni ist man so vor missbilligenden Blicken des Lehrers oder Profs geschützt und kann ganz in Ruhe Schlaf nachholen, essen, Kaffee trinken oder angeregt Zeichnen. – Letzteren beiden Punkte waren bei mir tatsächlich am häufigsten anzutreffen. Meistens war das auch kein Problem. Schließlich hat man bei Seminaren und/oder Vorlesungen meistens ein Skript, was ein großartiges Mitschreiben unwichtig macht. Oder man muss am Ende des Semesters sowieso keine Prüfung schreiben, dann reicht die bloße eigene Anwesenheit – und nicht Mal die war teilweise wichtig.
Und nein, ich habe nicht immer nichts gemacht. Ja, teilweise habe ich sehr strebsam jedes einzelne Wort des Profs mitgeschrieben, jede Sitzung wurden so mit mindestens zwei Seiten Mitschrift verewigt. Aber nun ja, jeder hat doch so das ein oder andere Themengebiet, das man wirklich lieber einfach nur mit Kaffee trinken, schlafen und zeichnen überleben möchte.
Während meiner Studienzeit die letzte Reihe nicht problematisch war, so sah es vorher in der Schule doch anders aus. Ganz hinten zu sitzen bedeutete oft, dass man die Schrift an der Tafel nicht gut genug lesen konnte, die Akkustik war eher so mittel und viele (anscheinend) wichtigen Wortmeldungen von Mitschülern konnte man selten verstehen und am Ende hatte man einen Hefteintrag mit einigen Freistellen, weil man schlicht nicht lesen oder verstehen konnte, was dort hätte stehen sollen. Auch zeigte sich in jeder Stunde, dass je weiter man vom Lehrerpult weg saß die eigene Aufmerksamkeit und die der andere erheblich sank. Sprich, während man sowieso Probleme hatte den Lehrer und Wortmeldungen zu verstehen, so wurde das durch die Gespräche neben und vor einem noch unmöglicher gemacht.
Am Ende war eine Stunde in der letzten Reihe auf jeden Fall anstrengender als eine in den vorderen Bänken.

Dass ich mich bei Workshops nicht mehr ganz hinten an der Wand verkrümele mache ich erst seit knapp einem, vielleicht 1,5 Jahren. Ganz hinten zu stehen bedeutet Sicherheit, geschützt von den anderen Teilnehmern, die mit ihrer Existenz hoffentlich die eigenen Fehler unsichtbar werden lassen. Problem hierbei nur: Man sieht oftmals den Workshopleiter nicht, man hängt mit den Bewegungen hinterher, man führt sie meistens auch gar nicht richtig aus, weil man die Erklärung weder richtig gehört, noch gesehen hat – das ist doch eigentlich dämlich. Das wurde mir irgendwann bewusst und mittlerweile stelle ich mich entweder todesmutig in die erste Reihe, oder zumindest in die Mitte. Auf jeden Fall so, dass ich den Trainer gut sehen und hören kann. Schließlich möchte ich ja auch etwas lernen und mich nicht nur davor drücken beurteilt zu werden.

Nun vielleicht noch der Grund, warum ich das hier schreiben wollte:
Am Donnerstag in meinem Fitnesskurs ist mir aufgefallen, wie ungleich die Reihen ausgefüllt sind. Und da kann man auch noch so oft „Bitte nicht so weit nach hinten“ und „Vorne ist noch Platz“ und „Verteilt euch bitte besser“ sagen. Es stehen immer die gleichen ungünstig im Eck und sehen nichts. Das ist doch wirklich nicht Sinn der Sache. An der Seite und in der ersten Reihe ist immer genügend Platz, sodass jeder bequem stehen kann um möglichst alles mitzubekommen.
Und bei meinen Tanzkursen werde ich irgendwann einfach die hintere Wand erweitern, vielleicht mit einem großen Balkon. Da haben sie dann auf jeden Fall Platz 😛
Natürlich verstehe ich das Problem, mir ging es auch lange Zeit so, dass man sich in der ersten Reihe einfach nicht wohl und ständig beobachtet fühlt.
Aber wie schon gesagt: Ich sehe euch. Immer. Ich beobachte euch. Immer.
Auch wenn ihr denkt, ich sehe euch da hinten nicht… ich weiß, was ihr tut!
Also, erleichtert uns allen das Leben und verlasst die dunkle Ecke, die schützende letzte Reihe, hinein ins Ungewisse 😉

Rede

Rede

 

Rede.
Rede, aber nicht zu viel Kluges, das mögen die Leute nicht.
Rede, aber nicht zu viel Dummes, das mögen die Leute nicht.
Rede, aber nicht zu viel, das wirkt aufdringlich.
Rede, aber nicht zu wenig, das wirkt seltsam.

Reden ist Silber, aber schweigen ist Gold.
Also rede nicht.
Aber wer schweigt hat etwas zu verbergen.
Also rede.

Rede nicht zu laut, das stört die Leute.
Rede nicht zu leise, das stört die Leute.
Rede, aber nichts Unwichtiges, das wirkt belanglos.
Rede, aber nichts Wichtiges, das wirkt arrogant.

Rede wenig, höre mehr, das Plaudern bringt dir wenig Ehr.
Also rede nicht.
Aber nur zuhören ist passiv. Sei aktiv.
Also rede.

Rede nur, wenn du gefragt wirst.
Rede und bringe dich in ein Gespräch ein.
Stehe nicht sinnlos in der Gruppe, sprich mit den anderen.
Aber unterbrich niemanden, sei nicht zu laut, sei höflich.
Rede nur Wichtiges, das nicht zu wichtig ist.
Rede nichts Kluges, aber auch nichts Dummes.

Reden ist Silber, aber schweigen ist Gold.
Also rede nicht.
Aber wer schweigt hat etwas zu verbergen.
Also rede.

Aber was mach ich mir schon aus Silber.
Was mach ich mir schon aus Gold.

Also rede.

Meuchelpuffer und Dörrleiche: Die „Fruchtbringende Gesellschaft“ alias der „Palmenorden“

Wie man vielleicht weiß habe ich meinen Bachelor in Germanistik gemacht und möchte nun auch das ein oder andere germanistische Thema zur Grundlage eines Blogbeitrages verwenden. Einfach nur, um zu beweisen, dass die Germanistik nicht nur langweilig, trocken und generell uninteressant ist. Also… manchmal ist sie das. Aber sie kann auch sehr witzig sein.

 

Unser heutiges Thema: die „Fruchtbringende Gesellschaft“ auch bekannt unter dem Namen der „Palmenorden. Irgendwann habe ich eine Hausarbeit darüber geschrieben, allerdings schlummert der Text auf einem alten Lap Top mit defektem Akku. Daher verzeiht mir, wenn ich für diesen Beitrag Informationen aus dem Internet verwende. Ich schäme mich auch nur ein bisschen dafür.

 

Die „Fruchtbringende Gesellschaft“ gegründet 1617 in Weimar von Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen war die erste und bedeutenste Sprachgesellschaft in Deutschland. Sie machte es sich unter anderem zur Aufgabe die deutsche Sprache von Fremd- und Lehnwörtern zu reinigen, was man mit dem Fachbegriff „Sprachpurisums“ zusammenfasst. Auch bekannt wurde sie unter dem Namen der „Palmenorden“, da das Emblem der Vereinigung eine Kokospalme zierte. Die „Fruchtbringende Gesellschaft“ hatte unter anderem das Ziel Deutsch als Sprache der Gelehrten und Dichter zu propagieren. Die Hochphase hatte sie in den Jahren 1640 bis 1680 mit über 500 Mitgliedern. Unter diesen befanden sich Gryphius, Opitz, Harsdorffer und weitere.
Man wollte sich nicht nur Worten entledigen, die aus dem französischen, niederländischen, italienischen etc. kamen, sondern auch Begriffsersatz für aus dem lateinischen und griechischen stammenden finden. Dabei sollte man aber beachten, dass viele Wörter in unserem Sprachgebrauch einen lateinischen oder griechischen Ursprung haben. Man denke nur an Alltägliches wie „Fenster“, „Körper“ und „Nase“.
Der Sprachpurismus des Barocks kann nicht mit dem während des NS-Regiemes verglichen werden, tatsächlich versuchte man in dieser Zeit besonders auf Fremdworte Rückgriff zu nehmen, vielleicht in der Hoffnung, dass die Bürger nicht unbedingt immer wissen, was ihnen gerade gesagt wird. – Hauptsache sie jubeln.

 

Das soll fürs Erste als Hintergrundinformation reichen. Das eigentlich interessante sind die Wortvorschläge, die sich teilweise durchgesetzt haben, teilweise allerdings grenzwertig, bis sehr lustig sind.

Fangen wir mit den logischen an:
Der Schriftsteller Phillip von Zesen prägte folgende Wörter:
„Abstand“ statt „Distanz“
„Bücherei“ statt „Bibliothek“ oder „Liberey“
„Augenblick“ statt „Moment“
„Entwurf“ statt „Projekt“
„Anschrift“ statt „Adresse“
und viele weitere.

Einige seiner Überlegungen stieß aber auf weniger Begeisterung, wie:
„Zeugemutter“ statt „Natur“
„Entgliederer“ statt „Atom“
„Jungfernzwinger“ statt „Nonnenkloster“
und (mein absoluter Favorit) „Meuchelpuffer“ statt „Pistole“

 

Auch der Schriftsteller, Pädagoge und Verleger Joachim Heinrich Campe machte einige grundlegende und wichtige Wortfindungen (wie „Feingefühl“ statt „Delikatesse“), allerdings kümmern wir uns nun eher um die missglückten Einfälle:
„Geistesanbau“ statt „Kultur“
„Zwischenstille“ statt „Pause“
„Dörrleiche“ statt „Mumie“
„Haarkräusler“ statt „Friseur“
„Lotterbett“ statt „Sofa“
„Zitterweh“ statt „Fieber“
„Schalksernst“ statt „Ironie“
„Schweißlöcher“ statt „Poren“
„Menschenschlächter“ statt „Soldat“
und „Zwangsgläubige“ statt „Katholiken“
(Man bekommt den Eindruck er hatte etwas gegen katholische Mitbürger…)

 

Desweiteren kursiert noch das Wort „Gesichtserker“ anstatt „Nase“ in den Büchern, allerdings ist man sich hierbei nicht sicher, ob es sich jemals um einen ernsthaften Vorschlage gehandelt haben könnte.
Auch wenn einige der Fremd- oder Lehnworte neben den eingedeutschten Begriffen bestehen konnten, hat sich teilweise eine Bedeutungsverschiebung, bzw. -veränderung eingestellt. Eine „Bücherei“ ist nicht zwingend das gleiche, wie eine „Bibliothek“, ein „Entwurf“ ist nicht das Synonym von „Projekt“ und so weiter.
Um das Ganze in die heutige Zeit zu bringen: Oft wird gerne lang und breit über das Denglisch, dem Sprachmischmasch geschimpft, aber trotz allem möchte niemand „Mobiltelefon“ anstelle von „Handy“ sagen. Sprache wächst und verändert sich und ist genau deshalb tatsächlich sehr interessant und spannend. Nicht trocken und langweilig. Vielleicht fandet ihr diese kleine Zusammenstellung wenigstens ein bisschen lehrreich, oder vielleicht unterhaltsam. Bei dem ein oder anderen Wort musste ich tatsächlich lachen. Zu schade, dass sich der „Meuchelpuffer“, „Jungfernzwinger“ und „Dörrleiche“ nicht durchsetzten konnten. 😉

 

Hier meine Quellen (ja, es ist Wikipedia dabei, es tut mir Leid!)
http://www.fruchtbringende-gesellschaft.de/historisch.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtbringende_Gesellschaft
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Sprachpurismus#Barock_und_Aufkl.C3.A4rung

 

 

 

Faszination „Dark Fusion“

Dark Fusion ist aktuell der Tanzstil, der mich am meisten begeistert und inspiriert. Daher habe ich mir in letzte Zeit viel Gedanken darum gemacht, was „Dark Fusion“ überhaupt ist und warum ich ihn so faszinierend finde.

Generell bin ich der Meinung, dass man sich nicht massiv auf Begriffsfindungen für bestimmte Tanzstile und Unterarten versteifen sollte. Manchmal würde auch der allgemeine Oberbegriff reichen, allerdings kann man andererseits wiederum eine Dark-Fusion-Performance nicht mit den Worten „Und viel Spaß mit dem folgenden Bauchtanz!“ ankündigen, denn die Zuschauer werden dann zu Recht sich etwas anderes unter dem folgenden Tanz vorstellen, als ihnen geboten wird.
Was ich jetzt schreibe soll keine Allgemeingültigkeit sein, es ist lediglich meine Auffassung, wie ich den Tanz einordnen und beschreiben würde. Es kann sein, dass man mir in einigen Punkten widersprechen will. Das kann man gerne machen, wenn man das dringende Bedürfnis dazu hat.

Oberflächlich betrachtet, wie schon erwähnt, ist der „Dark Fusion“ eine Unterart des großen, großen Stilbaumes namens „Bauchtanz“. Die zugrunde liegenden Einflüsse können unterschiedlich sein, allerdings würde ich sagen, dass es eine Weiterentwicklung/Veränderung des Tribal Fusion bzw. Belly Dance Fusion ist.
Das heißt im Gesamten: Ein bisschen Bauchtanz, ein bisschen Tribal, ein bisschen Modern, ein bisschen von allem.  Natürlich ist das noch nicht alles. Sonst wäre es einfach nur „Fusion“. Das „Dark“ ist berechtigt im Namen enthalten, denn düstere Musik und eine gewisse Dramatik sind essenziell für eine Dark-Fusion-Performance. Wo jetzt der Unterschied zu „Gothic Belly Dance“ liegt? Ja, gute Frage. „Gothic Belly Dance“ ist wohl eher düsterer Bauchtanz, wohingegen „Dark Fusion“ düsterer Tribal Fusion ist. Macht das Sinn? Vielleicht ein wenig. Wie schon gesagt, ich gehöre nicht zu den Leuten, die gerne allem einen Namensstempel aufdrücken möchten. Wenn es nach mir gehen würde, würde einfach alles „Tanz“ heißen. Reicht doch.

Für mich liegt die Faszination des „Dark Fusion“ (und das ist jetzt einfach nur meine Version der Stilauslegung) in der Theatralik, Dramatik und der Möglichkeit in Rollen zu schlüpfen und Geschichten zu erzählen. Getreu dem „darken“ Motto handeln die Erzählungen natürlich nicht fröhlichen Blumenwiesen, oder dem wunderschönen Sonnentag, sondern von Untoten, Kriegern, Endzeitschlachten, Hexen, Beschwörungen, Magiern, Opferungen, Vampiren und anderen Kreaturen der Nacht.
Und warum das alles?
Weil es spannend ist eine Figur tänzerisch umzusetzen. Weil es für mich meistens eher wenigen interessant ist einfach nur hübsch zu tanzen. Nichts gegen alle TänzerInnen, die das machen, wenn euch das Freude bereitet, nur zu! Aber für mich ist das oftmals zu wenig Herausforderung.
Mit meinen Dark-Fusion-Performances, ob als Solo oder als Gruppe, möchte ich immer versuchen den Zuschauer in eine anderen Welt zu führen. Eine Welt Abseits der Bühne, um innerhalb von 3 bis 5 Minuten eine Szenerie zu erschaffen und ein Gefühl zu vermitteln. Damit sie alles um sich für diese paar wenigen Minuten vergessen, um ganz im Geschehen abzutauchen.

Das ist meiner Meinung nach die Faszination des Dark Fusion. Es geht über den Tanz hinaus, zum Geschichtenerzählen hin, ohne zu vergessen, dass es trotz allem noch ein Tanz ist und kein Theater.

Und hey… man kann immer super coole Kostüme anziehen 😉

Um am Ende noch etwas Werbung zu machen:
Im Oktober geht mein „Dark Fusion Projekt“ in Nürnberg in die zweite Runde.
Anmeldung unter: auryn-oriental@gmx.de
Weitere Infos unter: http://www.auryn-oriental.jimdo.com/unterricht

Hier ist noch ein Video meines „Dark Fusion Projektes“
Choreo: Auryn

Wach

Und ich bleibe wach.
Weil mir die Nacht noch etwas schuldet.
Weil sie mir versprochen hat, was sie nicht halten will.
Was sie nicht halten kann.

Zäh fließt die Zeit dahin und ich versuche nicht sie aufzuhalten.
Die Zeiger ticken stetig, einsam, laut, im Gleichschritt.
Es ist eine einsame Musik.
Nur für mich.

Und ich tue es der Katze gleich.
Lege mich aufs Sofa, strecke den Bauch der Decke entgegen.
Vielleicht findet man so Erleuchtung.
Doch wozu erleuchten, wenn es Nacht ist.

Und ich bleibe wach.
Weil mir die Nacht noch etwas schuldet.
Weil sie mir versprochen hat, was sie nicht halten will.
Was sie nicht halten kann.

Das letzte Glas ist getrunken.
Der letzte Schluck verinnt ins Nichts.
Die Gäste gehen und ich bleibe zurück.
Einsame Gestalt im Nebel des Morgengrauens.

Die Stille fängt mich ein.
Sie legt sich auf meine Haut, sanft und weich.
Sie ist bei mir, in mir.
Ruhe, unterbrochen vom ticken der zähen Zeit.

Und ich bleibe wach.
Weil mir die Nacht noch etwas schuldet.
Weil sie mir versprochen hat, was sie nicht halten will.
Was sie nicht halten kann.

Doch es wird Zeit.
Ich gehe.
Langsam.
Und der Nebel hält mich nicht zurück.

Bauchtanz in Bamberg

Herzlichen Glückwunsch!
Wahrscheinlich bist du gerade auf diesen Beitrag gestoßen, weil du nach „bauchtanz bamberg“ gegoogelt hast – dies ist schon einmal der erste Schritt in die richtige Richtung. Kompliment?

Aber wer genau bin ich denn?
Wenn ich mich kurz vorstellen darf:
Mein Name ist Auryn, Tänzerin, Tanzlehrerin und Choreographin aus dem Bereich Bauchtanz/Tribal Fusion/Dark Fusion.
Hier kann man sich ein Bild von mir machen, einer meiner Auftritte von diesem Jahr:

In Bamberg, Buttenheim und Nürnberg unterrichte ich regelmäßig Kurse für Kinder ab 10 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen.
Aber was genau?

Meine  aktuellen Kurse als Kurzübersicht (Stand 09.05.17)

Bamberg:
Tribal Fusion für Mittelstufe, 17:30 – 18:45
Ballettcentrum Tanzetage, Franz-Ludwig-Straße 5a

Bauchtanz für Anfänger, 18:30 – 19:30
Ballettcentrum Tanzetage, Franz-Ludwig-Straße 5a
(neuer Kurs in Planung)

Buttenheim:
Bauchtanz für Anfänger
VHS-Bamberg Land
Donnerstag, 19:00 – 20:00
Buttenheim, Prügelweg 4, Gebäude der „Alten Schule“
(neue Kurse in Planung)

Nürnberg:
Dark Fusion Projekt
Studio 5, Raabstraße 5, Nürnberg
Samstag, 14:00 – 16:00
Das Projekt findet einmal im Monat statt

 

Meine Kurse im Detail:

 

Bamberg:

Freitag, 17:30 – 18:45
Am Freitag findet mein Tribal Fusion Kurs für die Mittelstufe statt.
Mittelstufe bedeutet: Man hat Erfahrungen im Bereich Bauchtanz bzw. orientalischen Tanz, oder hat sich in den letzten Jahren vielen verschiedenen Tanzrichtungen gewidmet und hat ein gewissen Körper- und Rhythmusgefühl.
Aber was ist Tribal Fusion?
Manche kennen und lieben ihn, andere haben noch nie davon gehört – letzteres werde ich jetzt ändern.
Tribal Fusion enstand in den 90er Jahren und hat als Grundlage den ATS (American Tribal Style), sowie klassischen Bauchtanz und Einflüsse aus Hip Hop, Breakdance, Flamenco, Modern, Contemporary etc.
Was ist de American Tribal Style?
Der American Tribal Style verwendet Folklorestyle aus dem Indischen, Balkanregionen, Flamenco und vieles mehr, gewürzt mit ein bisschen Bauchtanz.
Da steht jetzt nur die Hälfte drin, was man sich darunter vorzustellen hat. Aber als grobe Übersicht ist das wohl hoffentlich hiflreich.
Zur optischen Verdeutlichung:
Hier ein Video der wichtigsten Vertreterin und Mitbegründerin des Stiles: Rachel Brice

Der Kurs besteht aus folgenden Punkten:
Aufwärmen + Dehnen
Tanzen der Grundbewegungen
Lernen neuer Schritte/Moves/Isolationen
Lernen der Choreographie
Cool Down/Dehnen

Jeder Kurs besteht aus insgesamt 10 Einheiten.
Innerhalb dieser 10 Einheiten wird eine von mir choreographierte Choreo aus dem Bereich Tribal Fusion bzw. Belly Dance Fusio erlernt und einstudiert.
Hier ist eine Playlist der Tänze, die ich bisher mit meinem Freitagskurs gemacht habe.
Wenn wir zusammen auftreten heißen wir „Auryn und Anjum“ (Anjum ist arabisch und bedeutet Sterne).

Und hier die aktuellste Choreo:

 

Mittwoch, 18:30 – 19:30
Am Mittwoch findet normalerweise mein Bauchtanzkurs für Anfänger statt.
Leider muss diese Stunde aktuell pausieren, da sich momentan nicht genügend Teilnehmer finden. Der Raum ist allerdings frei und kann jederzeit mit Tanz gefüllt werden. Also? Interesse?

Auch dieser Kurs besteht aus:
Aufwärmen + Dehnen
Einüben der Grundbewegungen
Lernen von neuen Schritten/Moves
Choreographie (meistens ab dem dritten Termin)
Cool Down/Dehnen

Auch dieses Modell beinhaltet insgesamt 10 Termine.

Voraussetzung hierfür ist lediglich Spaß an der Bewegung!
Allgemein gilt bei meinen Kursen:
Körperstatur und Alter spielen eigentlich keine Rolle.
Bis auf eine Ausnahme: Aktuell unterrichte ich Kinder ab 11 Jahren, jünger als 10 sollte man nicht sein.

Die Choreographie, die ab dem dritten oder vierten Termin einstudiert wird, ist leicht zu erlernen und greift das auf, was während der Stunde schon eingeübt wurde.

 

Buttenheim:

VHS-Kurs Bauchtanz für Anfänger, Donnerstag 19:00 – 20:00
In Buttenheim unterrichte ich über die VHS-Bamberg Land einen Anfängerkurs.
Für diesen Kurs gilt der gleiche Aufbau, wie bei meinem Anfängerkurs in Bamberg.
Aktuell pausiert auch dieses Angebot.
Im Oktober geht es damit weiter.
Außerdem werde ich dann noch in der Stunde davor einen Bauch-Beine-Po-Kurs anbieten.
Es bleibt wahrscheinlich bei Donnerstag, die Uhrzeit kann sich allerdings um eine halbe Stunde verschieben.

 

Nürnberg:

Dark Fusion Projekt, Samstag, 14:00 – 16:00
Jeden zweiten Samstag im Monat leite ich das Dark Fusion Projekt in Nürnberg im Studio 5.
Die Choreographien meines Dark Fusion Projektes zielen auf eine düstere, mystische Stimmung ab und versuchen eine Geschichte zu erzählen.
Weitere Infos findet man auf meiner Homepage dazu:
https://auryn-oriental.jimdo.com/unterricht/
Und hier ist einer unserer Auftritte:

Falls du nun Lust hast an einem meiner Kurse teilzunehmen, oder mich für Einzelunterricht/Workshops/Jungesellinenabschiede/Feiern und vieles mehr als Lehrerin oder Tänzerin buchen möchtest, dann kontaktiere mich gerne unter:
auryn-oriental@gmx.de
Und schau dich auf meiner Homepage um:
http://www.auryn-oriental.jimdo.com
Auf Instagram teile ich auch recht viel:
Unter aurynoriental bin ich dort zu finden.
Und auch auf YouTube unter:
Auryn Oriental

 

Hoffentlich sehen wir uns,

liebe Grüße, Auryn